Schülerwege ins Theater / Interkultureller Dialog

Projekt im lokalen Aktionsplan der Stadt Leipzig
im Rahmen des Bundesprogramms
„Vielfalt tut gut“

Abschlussbericht 2008


1. Beschreibung des Projekts
Das Projekt „Schülerwege ins Theater“ läuft seit dem Schuljahr 2006/07. Es baut auf Erfahrungen der Zusammenarbeit der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig mit dem Schauspiel Leipzig und Leipziger Grund-, Mittel-, Förderschulen und Gymnasien seit 2003 auf: Theaterbegeisterte Lehramtsstudierende, denen die obligatorischen Praktika nicht ausreichten, organisierten für sich „mehr Praxis“ im Studium, indem sie Arbeitsgemein-schaften „Theater“ an Leipziger Schulen gründeten und als Spielleiter betreuten. Die erforderliche Anleitung und Unterstützung erhielten sie u.a. in Workshops, die einmal pro Semester von Manfred Wallner (damals Theaterpädagoge am Schauspiel Leipzig) und Dr. D. Flagmeyer (Erziehungswissenschaftliche Fakultät, verantwortlich für Schulpraktische Studien I) durchgeführt wurden.
Im Schuljahr 2006/07 erfolgte eine Konzentration auf ältere Schüler an Mittelschulen unter der Thematik „Gewalt im (Schul-) Alltag“. Dazu bewog, dass bei diesen Schülern manchmal das zu Kulturpartizipation anregende Elternhaus fehlt sowie dass sich Gewalt an Schulen gerade hier konzentriert.
In Auswertung dieses Projektes entschieden wir uns, im Schuljahr 2007/08 den „Interkulturellen Dialog“ als Dachthema zu wählen.
Unter der Anleitung von Lehramtsstudierenden erarbeiteten Schülerinnen und Schüler im Alter von 14-16 Jahren Spielszenen zum Thema "Interkultureller Dialog", die auf ihrer eigenen Erfahrungswelt basieren.

Ziele des Projektes waren, die jungen Leute für Toleranz und Demokratie und gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus zu sensibilisieren und ein jun-ges, oft durch Erziehung nicht dazu  prädestiniertes Publikum an das Schauspiel heranzuführen. Dabei wird Theater (selbst gespieltes und  als Zuschauer erfahrenes) als ein wichtiges Medium zur Auseinandersetzung mit eigenen Erfahrungen und hier speziell mit den oben angesprochenen Problemen und Zielstellungen angesehen.  
Die erarbeiteten Spielszenen wurden am 07.04.2008 von 16-19 Uhr im Schauspiel Leipzig (Theater hinterm Eisernen) vorgestellt werden.

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Beteiligt am gesamten Projekt waren folgende Leipziger Mittelschulen (Appolonia-v.-Wiedebach-Schule, Georg-Schumann-Schule, Heinrich-Pestalozzi-Schule, Helmholtzschule, Lene-Voigt-Schule, Nachbarschaftsschule, Schule Paunsdorf), die Schule für Körperbehinderte „A. Schweitzer“, Leipzig International School, die Mittelschule Grimma (assoziiert), das Reclam-Gymnasium, die Erziehungswissenschaftliche Fakultät der Universität Leipzig, das Leipziger Institut für Theaterpädagogik LIFT, das Schauspiel Leipzig, die Israelitische Religionsgemeinde zu Leipzig, das Jugendamt der Stadt Leipzig. Koordinator ist der Freundeskreis Schauspiel Leipzig.



2. Aktionen im März/ April
Im Zeitraum März/April 2008 konzentrierten sich die Bemühungen auf die Vorbereitung der Arbeitspräsentation Anfang April im Schauspiel Leipzig.
Eine der Spielleiterinnen entwarf nach Diskussion in ihrer Gruppe eine sehr schöne Einla-dung in Plakatform für die Arbeitspräsentation am 07.04.08 Diese ging dann allen Spielleitern zu, die für den Aushang in ihren Schulen sorgten.
Das Plakatbild wurde zugleich für einen Programmflyer genutzt, der zur Arbeitspräsentation ausgelegt wurde . Dieser Flyer enthielt sogenannte „Pressetexte“, für die die Spielleiterinnen und Spieleiter einen Text von ca. 5 Zeilen schrieben, der über das Thema ihrer Präsentationsszene, Inhalt (knapp!), Spieler und Spielleiter informierte (vgl. Anlage).
Sodann gab es ein Vorbereitungstreffen im Schauspiel am 13.03.08. Der Theaterpädagoge, Herr Lederer, ermöglichte den Spielleitern eine Begehung des Theaters hinter dem Eisernen, um technische Details (Technik / Licht / Musik / Requisiten) für die Arbeitspräsentation zu klären.  An diesem treffen nahm auch die Leiterin der Tanzgruppe der Israelitischen Gemeinde teil, die ebenfalls bei der Arbeitspräsentation auftraten. Die studentischen Arbeits-gruppenleiterInnen trafen sich im Vorfeld mit den jüdischen Jugendlichen, um sich deren Lebenswelt zu erschließen und dann die Begegnung mit Schülerinnen und Schülern vermitteln zu können. Eingebunden war auch das Schulmuseum, einmal durch die Ausstellung „Juden in unserer Stadt“, zum anderen unterstützte die Leiterin Frau Urban dankenswerter Weise die Vorbereitung auf die Arbeitspräsentation, indem sie den Jugendlichen der Israeliti-schen Gemeinde einen Raum zum Proben zur Verfügung stellte.
Begleitet waren diese Aktivitäten von intensiven Proben an den Schulen, z. T. auch in den Osterferien. Auch die studentischen Spielleiter trafen sich zu Proben ihrer eigenen Spielsze-ne und um Fragen und Probleme an den Schulen unmittelbar zu klären.

Am 07.04.08 fand dann die Arbeitspräsentation, der alle entgegen gefiebert hatten, statt. Sie wurde ein voller Erfolg. Ein voll besetztes Haus: Eltern, Großeltern, Geschwister, Freunde, Lehrerinnen und Lehrer, Vertreter des Schulamts, Mitglieder des Freundeskreises, Mitarbei-ter des Schauspielhauses und auch die „Neuen“, die nach dem Intendantenwechsel im Schauspiel arbeiten werden, Mitglieder der Israelitischen Religionsgemeinde u.a. nahmen Anteil am Geschehen. Es gab sieben Beiträge (d.h. nicht alle Schulen schickten Akteure), die den Schülerinnen und Schülern einfach großartig gelangen: Jeder war zur richtigen Zeit am richtigen Ort, wusste seinen Text, seine Haltungen und Gesten und füllte seine Rolle mit großem Engagement aus. Viel Beifall war der Lohn für die anstrengenden Wochen.



In den Wochen nach der Arbeitspräsentation fanden Theaterbesuche der Schülerinnen und Schüler („Der Kick“ am 16.04.08, 20.00 Uhr (Neue Szene) sowie „Bitterer Honig am 24.04. bzw.30.04.08.


Mit den Studierenden gab es am 22.04.08 eine Reflexionsrunde und am 06.05.08 einTreffen der SpielleiterInnen des Schuljahres 2007/08 mit den „Neuen“, die im kommenden Schuljahr das Projekt weiterführen werden.



3. Reflexionen
Das Projekt verzeichnet neben der sehr erfolgreichen Arbeitspräsentation vielfältige positive Wirkungen, die aus den beigefügten Berichten ablesbar sind. Ebenfalls positiv ist zu werten, dass bereits sieben Schulen ihr Interesse anmeldeten, im kommenden Schuljahr wieder mitzumachen. Auch die israelitische Religionsgemeinde wird wieder dabei sein. Die Nachfolger der SpielleiterInnen stehen ebenfalls schon in den Startlöchern, sind bereit, sich ab Beginn des Schuljahrs (trotz Semesterpause) an den Schulen zu engagierenisrael